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Artikulation | Malerei & Skulpturen
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„Sommertanz auf Leinwand”

veröffentlicht am: 5. Juni 2025

Öl auf Leinwand, gespachtelt mit dem Malmesser, 20 x 20 cm

Es war einer dieser Tage, an denen der Sommer vor Freude fast platzt. Ein Tag, an dem der Himmel selbst wie ein Kind wirkt, das kichernd mit Farben spielt. Und genau an einem solchen Tag wurde dieses Bild geboren. Nicht gemalt – nein, gespachtelt, gestoßen, aufgetragen wie ein Aufschrei der Lebendigkeit. Es ist kein Bild. Es ist ein Zustand. Es ist ein Fest.

Schon beim ersten Blick springt das Licht aus der Leinwand, hell und ungestüm, wie Sonnenstrahlen, die sich in Zitronensorbet verwandeln. Leuchtendes Gelb tanzt durch das Bild, wie Sonnenlichter, die durch ein Blätterdach flackern. Sie wissen nicht, dass sie scheinen – sie tun es einfach.

Doch mittendrin bricht das Magenta durch. Kein zartes Rosa, keine Blume. Nein, das ist Sommer in Chucks, Spaß pur, das ist Hitze auf der Haut, das ist ein Lachen, das zu laut ist, um höflich zu sein. Es ist der Lippenstift der Freude. Der Sommer flirtet mit dem Leben, und dieses Pink ist sein Versprechen.

Dann ist da das Weiß – nicht ruhig, nicht kalt, sondern wild aufgeschlagen wie Sahne in einem Sturm. Es bringt Luft in die Farbmasse, lässt den Blick atmen, schafft Pausen zwischen den Glücksattacken. Es ist das Eis auf der Zunge, die kühle Brise, der Moment der Stille nach dem Lachen. Es gibt dem Licht Raum – und den Schatten Tiefe.

Denn ja, da sind auch die Schatten. Tiefdunkles Rot, beinahe Schwarz, das sich nicht scheut, den Farben Kontra zu geben. Es ist die Erinnerung daran, dass selbst der Sommer seine Geheimnisse hat. Dass nicht jeder Tag hell ist – aber dass es gerade dieses Spiel von Licht und Dunkel ist, das dem Ganzen seinen Glanz gibt. Ohne Schatten kein Leuchten. Ohne Tiefe kein Aufschwung.

Und dann das Orange – dieses vibrierende, brennende Orange! Es ist wie der Geruch von Sonnencreme auf heißer Haut, wie das Knistern von Grillkohle, wie das erste “Komm, wir springen!” am See. Es ist Bewegung pur. Ein flirrender Schleier aus Hitze, aus Lachen, aus Leben.

Dieses Bild spricht nicht. Es singt. Es ruft dich, zieht dich hinein, bis du selbst Teil davon wirst. Bis du spürst, wie sich der Spachtel über die Leinwand geschoben hat – mit Kraft, mit Gefühl, mit Lust am Chaos. Bis du merkst, dass es kein Zufall ist, wie die Farben sich begegnen, sich umarmen, sich streiten. Es ist Choreografie ohne Proben. Tanz ohne Regeln.

In diesem kleinen Format – 20 x 20 Zentimeter – tobt ein ganzer Sommer. Kompakt, konzentriert, leidenschaftlich. Es braucht keine Weite, um groß zu sein. Dieses Bild ist ein leuchtender Beweis dafür.

Vielleicht ist es ein Blick zurück auf einen Sommer der Kindheit. Vielleicht ist es ein Ausblick auf einen, der noch kommen mag. Vielleicht ist es einfach nur das Jetzt – wild, bunt, unperfekt und genau deswegen so wunderschön.

Dieser Farborkan, dieser Lichtstoß, dieser Sommermoment in Öl.

Er hängt da. Und sagt nur eines:

„Lebe!“