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Malen gegen Atomwaffen

veröffentlicht am: 11. Mai 2011

Pop-Art Ausstellung in der Galerie Gruppe 10

Malen gegen AtomwaffenMitte. Street-Art-Ikone Robin van Arsdol stellt zusammen mit James Rizzi aus New York, Herman Reichold aus Paderborn und Solveig Hild aus Bielefeld in der Galerie Gruppe 10 aus. Unter dem Motto „RV and his friends“ sind die Werke der Pop-Art-Künstler noch bis zum 10. Juni zu sehen. Van Arsdol engagiert sich seit mehr als 30 Jahren gegen Atomkraft und fühlt sich in einer Zeit wie dieser darin bestätigt. Sein Werk ist nicht apokalyptisch, aber gesellschaftskritisch. „Wenn man so will, bin ich Anti-Atomkraft-Aktivist. 40 neue Nuklearbilder habe ich gemalt, der „Screaming Man“ in atomarer Landschaft. Alles in Schwarz und Weiß“, beschreibt van Arsdol seine neuen Bilder. Der „Screaming Man“ ist sein Markenzeichen, ein einst mit Kettensäge bearbeiteter Holzklotz, der dann in die Gemälde integriert wurde. In Sprechblasen plaudern die Figuren seiner Bilder von Liebe, Entschuldigung oder auch mal „Bla, Bla“. Die lange Nase eines „Pinocchio“ mahnt zur Wahrheit, statt ständiger Lügen. Van Arsdol hegt große Hoffnungen in die Vorreiterrolle Deutschlands in Sachen Atomausstieg: „Deutschland ist das gewissenhafteste Land der gesamten Welt. Es ist heute moralisches Rückrad der Erde.“

Kein anderer Stilbegriff als die Pop-Art hat die Vorstellungen von Ästhetik, Design und vom American Way of Life entscheidender geprägt. Angelehnt an die Zeichenkunst der Comics bedient sich Herman Reichold ähnlich wie die amerikanischen Pop-Artisten einer einfachen, sehr klaren Bildsprache. Seine Bilder sind voller Satire und Biss, wofür er sich und seine Mitmenschen sehr genau beobachten muss. Reicholds Markenzeichen sind die Ecken und Kanten seiner Figuren. Gezackte Pfeile markieren Beziehungen, Strichelchen um die Figuren suggerieren Dynamik und Aktion – alles Stilmittel aus der Bildsprache der Cartoons. Seine Werke nehmen auch die alltäglichen Dinge des Lebens aufs Korn, denn für Hermann Reichold ist die Kunst etwas alltägliches und Unverkrampftes.

Die Bielefelder Künstlerin Solveig Hild steuert Skulpturen zu dieser außergewöhnlichen Ausstellung bei. Diese Skulpturen bieten ihr neue Möglichkeiten in der Malerei. Aus Bauschaum, der für das Einsetzen von Türzargen verwendet wird, konstruiert sie Objekte, die im Kern hölzern sind. Hild nutzt den Zufall und die Eigendynamik des Schaums, um ihn dann zu beschneiden.

Rizzis naiv-bunte Malerei trägt eine eigene Handschrift und er ist für seine Malerei auf Objekten, Plattencover und Briefmarken bekannt. „Wir sind seit mehr als 30 Jahren befreundet“, beschreibt van Arsdol seine Beziehung zu Rizzi, der aus diesem Grund gerne einige Bilder für die Ausstellung bereit gestellt hat. Das steckt auch hinter der Idee von „RV an his friends“: Van Arsdol hat während seines Lebens mit der Kunst eine umfangreiche Sammlung aufgebaut und viele Werke von Künstlerfreunden erhalten, die nun zusammen präsentiert werden.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Juni in der Galerie Alexandra Grass, Breite Straße 26, zu sehen. Sie ist donnerstags und freitags von 10 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

Bielefeld Direkt 11.05.2011